Die Löwen von Bagdad (2007)

Die Löwen von Bagdad

Publication Dates:...2007
Issues:..............01
Language:............German
Size:................130 MB
Format:..............CBR
RLs:.................-/-


Beschreibung

Die Löwen von Bagdad – eine eindringliche Anti-Kriegs-Fabel

Brian K. Vaughan und Niko Henrichon nutzen in ihrem Comic eine fast vergessene Erzählform zur Kritik am Irak-Krieg

Im Frühjahr 2003 entkam während eines amerikanischen Bombenangriffs ein Rudel Löwen aus dem Zoo von Bagdad. Verängstigt, verwirrt und hungernd kämpften sie in den vom Krieg entvölkerten Straßen der irakischen Hauptstadt einen verzweifelten und von Beginn an aussichtlosen Kampf ums Überleben, bis sie schließlich von amerikanischen Soldaten erschossen wurden.

Diese wahre Begebenheit nutzen Brian K. Vaughan – der seit »Y – The last man« und »Ex Machina« zu den besten und politischsten Autoren der Comic-Szene zählt – und der Zeichner Niko Henrichon, um ihren Lesern eindringlich die Schrecken des Krieges vor Augen zu führen, seine Sinnlosigkeit und gleichzeitig existenzielle Fragen zu stellen, die sich um Freiheit und Überleben ranken.

Vaughan und Henrichon lassen den Leser den kurzen Tag der Löwen in Freiheit, bis zu ihrem Tod miterleben. Dabei agieren die Löwen wie Menschen und übernehmen Rollen, genauso wie ihre tierischen Kollegen: Affen, Giraffen, Pferde… Sie transportieren die Fragen und Aussagen der beiden Künstler, sie diskutieren verschiedene Formen von Freiheit, und moralische Grundsätze und müssen zum Teil dafür kämpfen. So besiegen die Löwen einen bösartigen Bären (von möglicherweise russischer Herkunft), der einem ihrer Artgenossen die Zähne gezogen und ihn gedemütigt hat. Sie stemmen sich gegen Hunger, Elend und die kulturelle Entwurzelung durch eine neue Welt, die unvorbereitet über sie gekommen ist und ihr bisheriges Leben zerstört hat, die sie nicht verstehen und auch nicht verstehen können… und scheitern am Ende.

»Die Löwen von Bagdad« ist fast eine klassische Fabel, bei der Tiere für Menschen und menschliche Verhaltensmuster stehen. Eine inzwischen fast vergessene Form der edukativen Erzählung, der man sich früher bediente, wenn man bei Nennung realer Personen Repressalien zu befürchten hatte oder wenn man Sachverhalte so darstellen wollte, dass sie leichter verständlich sind oder durch die andere Erzählform zum Nachdenken anregen sollten. Der Unterschied zur klassischen Fabel ist – neben der (sehr passenden) Form als Comic – dass am Ende doch Menschen auftauchen. Menschen die sich gottgleich über die anderen Lebensformen hinwegsetzen und deren Diskurs über Moral, Leben und Freiheit einfach für nichtig erklären, indem sie ihre Existenz gewaltsam beenden…

Bei vielen Figuren ist recht schnell klar, wen oder was sie verkörpern sollen, bei anderen dauert es etwas länger, bis der Groschen fällt – und einige der Sequenzen fallen auch etwas moralinsauer und pathetisch aus. Dennoch ist die Comic-Fabel der Löwen von Bagdad ein eindrucksvolles Antikriegswerk, das zum Denken anregt, (unangenehm) berührt, Spielraum für Interpretationen lässt und nach dem Lesen Wirkung zeigt. Vielleicht mehr, als manche Nachrichtenbilder, gegen die wir längst abgestumpft sind.

Nach dem »9/11 Report« sind »Die Löwen von Bagdad« das nächste Stück Comic-Kultur vom Panini Verlag, das unbedingt auch den Weg in Bildungseinrichtungen finden und das jeder einmal gelesen haben sollte.


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